Die Sache mit dem Selbstvertrauen

Selbstvertrauen – das ist das magische Wort wenn es um Flirten, Sex oder Beziehungen geht. Die Leute, die viel davon haben, scheinen sich wie Fische im Wasser zu bewegen. Wer nicht so viel davon hat, der tut sich schwerer. Leider ist das nicht nur ein Klischee. Warum ist das überhaupt so?

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Ein Beispiel: zwei Menschen laufen sich über den Weg. Beide sind unsicher mit der Situation und mit sich selbst. Im Grunde erreichen sie sich nicht. Sie traut sich vielleicht nicht, einen Blickkontakt herzustellen, er weiß nicht was er tun oder sagen soll. Jeder bleibt bei sich, der Kontakt geschieht nur in der Fantasie.

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Wenn beide etwas mehr Selbstvertrauen haben, können sie sich real begegnen. Für einen Flirt kann das reichen. Für eine Beziehung ist das immer noch recht knapp. Jeder hat mal einen nicht so guten Tag, und dann entsteht schnell wieder eine Lücke, man wird unsicher wo der andere steht. Manche reagieren dann so, dass sie sich noch weiter zurück ziehen. Andere versuchen, den Partner näher zu sich zu ziehen und überfordern ihn damit.

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Am besten ist es, wenn beide so viel Selbstvertrauen haben, dass es einen großen Bereich gibt, den beide bespielen können. Dann kann jeder sich auch mal hängen lassen und der andere kann einspringen. Beide können voneinander lernen und sich ergänzen. Beide bekommen nicht gleich Panik, wenn etwas ungünstig läuft. Und der Kontakt reißt auch in solchen Momenten nicht gleich ab. Diese Erfahrung steigert das Selbstvertrauen noch weiter.

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Eine ketzerische Frage: Müssen sich die beiden denn immer in der Mitte treffen? Reicht es nicht, wenn einer der beiden sehr selbstbewusst ist? Ich vermute, dass das eher selten vorkommt. Es wäre eine sehr ungleiche Beziehung, der Schwächere hätte wahrscheinlich ständig Angst, den Stärkeren zu verlieren. Die meisten Menschen suchen sich instinktiv lieber jemanden, mit dem sie sich ungefähr auf Augenhöhe treffen können.

Noch eine Frage: Kann man Selbstbewusstsein auch vorspielen?
Für das Flirten kann das funktionieren, das zeigen die Pickup Artists. Für das Beziehungsleben reicht das aber definitiv nicht. Jeder ist irgendwann mal mit eigenem Versagen konfrontiert. Spätestens dann zerbröseln clevere Strategien und schicke Fassaden. Dann zählt, wer man wirklich ist.

Wie kann man nun Selbstbewusstsein aufbauen?

Da gibt es sicher viele Wege und nicht jeder passt zu jedem Menschen. Zwei Schritte erscheinen mir jedoch essenziell:

1. Sich selbst kennen lernen

Wie soll man sich denn sicher fühlen, wenn man noch nicht mal weiß, was in einem selbst los ist? Da streiten sich vielleicht Engelchen und Teufelchen. Das Bauchgefühl ringt mit dem Verstand. Die Sehnsucht nach Nähe kämpft mit der Angst vor Zurückweisung.
Diese Vielstimmigkeit ist ganz normal und gesund. Man kann lernen, diese verschiedenen Aspekte und Anteile in sich zu erkennen. Man kann sie benennen und zuordnen. Und dann wird es viel leichter, zu einem stabilen Selbstgefühl zu kommen. Das strahlt man dann auch aus.

2. Bestätigung von anderen bekommen

Wir sind soziale Wesen, und aus den Rückmeldungen von anderen erschaffen wir unser Selbstbild. Damit wir gesund wachsen können brauchen wir Lob und gelegentlich auch etwas Kritik. Die positiven Rückmeldungen fehlen aber vielen ABs, vor allem beim Flirten. Deshalb ist es wichtig, die Aufgaben klug zu dosieren. Wer auf die Traumfrau oder den Traumprinzen wartet, um dann alles auf eine Karte zu setzen, wird wahrscheinlich scheitern.
Besser ist es, in kleinen Alltagssituationen zu üben. Auch wenn das Gegenüber vielleicht nicht ganz dem Ideal entspricht. Schaffe ich es, ein Lächeln zu bekommen? Kann ich ein Mini-Gespräch eröffnen? Das wird nicht immer klappen, auch andere Menschen sind schüchtern oder haben einen schlechten Tag. Aber jedes mal wenn es klappt, wächst das Selbstvertrauen. Und darum geht’s ja!